Orgelbau – Bauteile

Damit an der Orgel ein Ton erklingen kann, sind zwei Dinge wichtig:

  1. Der Wind, der den Ton erzeugt, muss in die Orgel geblasen werden und bis unter die Pfeife geleitet werden. Wenn der Wind dann durch die Pfeife bläst, entsteht ein Ton.
  2. Damit nicht alle Pfeifen gleichzeitig klingen, ist unter den Pfeifen ein Verschluss angebracht: das Ventil. Erst, wenn dieses Ventil geöffnet ist, ist der Weg für den Wind frei. Das Ventil können wir öffnen, indem wir auf die Taste drücken.

Der Weg des Windes

Der Wind kam früher durch Blasebälge in die Orgel. Mit Händen oder Füßen wurden mehrere Blasebälge aufgezogen, die die Luft in den Magazinbalg pustete. Dazu war mindestens ein Mensch (zusätzlich zum Organisten) nötig. Man nannte ihn “Kalkant”. Heute haben wir aber einen Motor, der ähnlich wie ein Föhn funktioniert und das ganze automatisch macht.

Die Blasebälge oder auch der Motor blasen die Luft in einen großen Kasten. Denn der Wind muss sich erst einmal beruhigen, damit ein gleichmäßiger Ton entstehen kann. Dieser Kasten heißt Magazinbalg.

Aus dem Magazinbalg verteilt sich jetzt die Luft unter die vielen Pfeifen. Immer unter einem Pfeifenkasten (man sagt auch “Werk” zu diesen Kästen) befindet sich die Windlade. Dort wartet die Luft, bis sich ein Ventil öffnet und sie von unten in eine Pfeife gelangen kann.

kleiner Tipp fürs Zusammenbauen: wenn die Pfeifen stehen bleiben sollen, sorgt ein Stift im Pfeifenfuß für besseren Halt. Nur kann dann leider die Schleife nicht mehr bewegt werden.

Der Weg von der Taste bis zur Pfeife

Wenn du eine Taste drückst, setzt du eine ganze Menge Stäbe, Gelenke und Holzstücke in Bewegung. All das kannst du nicht sehen. Es ist nämlich in der Orgel hinter dem Spieltisch versteckt. Über viele Ecken und Umleitungen (z.B. das Wellenbrett) ziehst du dann an einem dünnen Holz-(oder Metall-)Stab, der das Ventil unter der Pfeife öffnet. Jetzt kann die Luft in die Pfeife gelangen und einen Ton erzeugen, WENN der Weg frei ist.

Es kann auch passieren, dass das Ventil offen ist und die Luft trotzdem nicht in die Pfeife darüber kommt. Denn unter einer Reihe Pfeifen liegt ein Brett mit Löchern. Wenn diese Löcher direkt unter den Pfeifenöffnungen liegen, ist der Weg frei. Ist das Brett verschoben, sind die Löcher verschlossen und die Luft bleibt im Windkasten. Dieses Lochbrett nennt man Schleife, weil man es hin- und herziehen kann und es dabei am Holz darunter etwas schleift.

Eine Schleife bewegt man dadurch, dass man ein Register zieht oder abstößt (=wieder ausschaltet). Ein Register ist eine Klangfarbe, z.B. Flöte/ Trompete. Man kann also durch das Bewegen der Schleife entscheiden, welchen Klang man gerne hören möchte und welchen nicht.

Taste

Wellenbrett

Registerzug

Schleife

Lippenpfeife

Zungenpfeife